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Der Deutsche Karate Verband e.V. ist als Fachverband Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund e.V. und hat bundesweit 2300 Vereine.
Updated: 11 hours 28 min ago

Kleines Kumite-Quintett beim Groß-Event in Chile gefordert

Thu, 09/19/2019 - 08:46

Mit einem überschaubaren Kontingent von fünf Personen reist der deutsche Nationalmannschafts-Kader zum Serie-A-Turnier nach Santiago de Chile (20. – 22. September).

Neben Shara Hubrich (-50 Kilogramm), Jana Bitsch (-55 Kilogramm), Johanna Kneer (-68 Kilogramm) komplettieren David Kuhn (-67 Kilogramm) und Noah Bitsch (-75 Kilogramm) das DKV-Quintett im Kumite-Wettbewerb. Vom Kata-Team wird hingegen niemand die Reise nach Südamerika antreten. Vielmehr legen Ilja Smorguner und Jasmin Jüttner ihren Fokus auf die anstehenden „Big-Point-Events“ (DKV-Sport-Direktor Christian Grüner) in Moskau und Madrid. Insgesamt werden in Santiago de Chile 838 Athleten und Athletinnen aus 72 Nationen an den Start gehen.

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Will in Santiago de Chile Olympia-Punkte sammeln: David Kuhn (rechts)    Foto-Credit: "DKV / Brigitte Kraußer"


Andere Prioritäten und Auszeit vor den nächsten Highlights

Neben der Tatsache, dass die Serie-A-Turniere im Rahmen der Qlympia-Qualifikation die niedrigste Klassifizierungs-Stufe einnehmen und die dort erreichten Qualifikations-Punkte nur halb so viel zählen wie die eines Premier-League-Turniers, waren der enge Terminkalender und die Zeitverschiebung ausschlaggebend dafür, dass nur eine Handvoll DKV-Karateka um Olympia-Punkte kämpfen.

Zudem, sagte Christian Grüner, würden sich Jil Augel und Madeleine Schröter gezielt auf die Weltmeisterschaft der Jugend, Junioren und U21 vorbereiten. Diese findet Ende Oktober ebenfalls in Chile statt. Und Jonathan Horne, der bestens im Rennen um ein Olympia-Ticket liegt, gönnt sich vor den nächsten Highlights eine Pause.                                    

Dirk Kaiser

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Richtungsweisende Kooperation mit der Präfektur Okinawa

Tue, 09/17/2019 - 08:45

Richtungsweisende Kooperation mit der Präfektur Okinawa

Dass das deutsche Karate auch im Ursprungs-Land der Sportart, in Japan, wahrgenommen wird, unterstreicht eine richtungsweisende Kooperation,

die die Präfektur von Okinawa und der Deutsche Karate Verband (DKV) Anfang September geschlossen haben. Die Zusammenarbeit sieht vor, dass sich die Top-Karateka des deutschen Nationalteams vor und während der Olympischen Spiele auf Okinawa aufhalten und sich dort gezielt auf das Highlight 2020 in Tokio vorbereiten.

Des Weiteren besteht für interessierte Karateka die Möglichkeit einer Gruppen-Trainingsreise – organisiert von einem von der Präfektur beauftragten japanischen Reisebüro. Im Gegenzug werden hohe Okinawa-Meister nach Deutschland kommen und bei Veranstaltungen Einblicke in diese besondere Kampfkunst gewähren.

Verbindung von Spitzen- und Breitensport

„Das Besondere an dieser Kooperation ist, dass wir Spitzen- und Breitensport so miteinander verbinden, dass alle Beteiligten davon profitieren“, äußerte sich Wolfgang Weigert positiv über das Zustandekommen dieses bislang einmaligen Kontraktes. Zur feierlichen Unterzeichnung war der DKV-Präsident eigens nach Okinawa gereist, um mit dem Präfekten von Okinawa, Denny Tamaki, und der Oberbürgermeisterin der Hauptstadt Naha, Mikiko Shiroma, die Partnerschaft zu besiegeln.


Hat gut lachen: DKV-Präsident Wolfgang Weigert (links)        Foto-Credit: Privat

 

Erste Gruppentrainings-Reise soll im Februar 2020 stattfinden

Sämtliche Kosten wurden dabei von der Präfektur Okinawa übernommen – darunter auch der Aufenthalt des zwölfköpfigen DKV-Nationalteams, das sich auf Okinawa für das Premier-League-Turnier in Tokio vorbereitet hatte. Ebenfalls in das Finanzressort der Präfektur fiel der Besuch einer Delegation hoher DAN-Träger und Regierungsbeamter anlässlich des DKV-Tages in Ludwigsburg. Zudem hat die Präfektur weitere Regierungs-Mittel für das kommende Jahr

in Aussicht gestellt.

Um die Kooperation aktiv zu gestalten, soll die erste Gruppentrainings-Reise nach Okinawa vom 22. Februar bis 1. März 2020 stattfinden. Geleitet wird diese von Jamal Measara (9. DAN). Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.                                                                        

Dirk Kaiser

 

 

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Japanische Leidenschaft in Ludwigsburg

Tue, 09/17/2019 - 08:39

Japanische Leidenschaft in Ludwigsburg

Es ist ein perfekter Sommertag mitten im September.

Die Sonne hat noch Kraft und treibt das Thermometer auf 25 Grad in die Höhe. Deutlich wärmer und weniger sauerstoff-haltig ist es unterdessen im Inneren der Ludwigsburger Rundsporthalle: Über 300 Karateka aus der gesamten Republik, darunter 50 A-Trainer, verwandeln die Sportstätte, in denen in früheren Zeiten die Ludwigsburger Bundesliga-Basketballer ihre Heimspiele ausgetragen haben, in ein riesiges Dojo.

Sie alle sind an diesem Tag in die Barockstadt gekommen, um sich im Rahmen des jährlich stattfindenden DKV-Tages in das traditionelle Okinawa-Karate einweisen zu lassen – eine anspruchsvolle und zugleich schweißtreibende Angelegenheit. Denn die Riege der Okinawa-Meister, die erstmals zu Gast in Deutschland ist, fordert den Teilnehmern und Teilnehmerinnen so manches ab. Und dabei sind die Koryphäen aus der japanischen Präfektur alle jenseits der 70: Mit seinen 79 Jahren ist Naonobu Ahagon (10. DAN) der Älteste des Quintetts, und seine Ausführungen sind nach wie vor präzise, schnell und kraftvoll – eine Augenweide.


Demonstrierten diverse Techniken: Köksal Cakir (links) und Christian Grüner        Foto-Credit: "DKV / Brigitte Kraußer"


Karamitsos und Measara als „Kommunikatoren“

Für die Kommunikation zwischen der japanischen Delegation und den Aktiven sind Kata-Bundestrainer Efthimios Karamitsos und Jamal Measara zuständig – wobei Letzterer als Moderator und Dolmetscher fungiert.

Das Programm des DKV-Tages hat jedoch weit mehr zu bieten als das Okinawa-Karate: In zwei weiteren Hallen, in unmittelbarer Nähe der Rundsporthalle gelegen, geben Kumite-Bundestrainer Thomas Nitschmann, DKV-Sportdirektor Christian Grüner und Köksal Cakir (Landestrainer Baden-Württemberg) praktische Einblicke in ihre Arbeit. Auch diese Einheiten sind gut besucht.

Darüber hinaus finden im Rahmen dieser Veranstaltung diverse Sitzungen statt. So werden unter der Regie von Marlis Gebbing und Vico Köhler der Bundesfrauen- und der Bundesjugend-Tag abgehalten. Die Tagungen der Lehr- und Schulsport-Referenten unter der Leitung von Elmar Griesbauer (Lehrreferent) und Ralf Brünig stehen ebenso auf dem Programm wie die Zusammenkünfte der Leistungssport- und Gesundheitssport-Referenten der Länder. Diesbezüglich sind Christian Grüner und erneut Vico Köhler federführend.


Über 300 Karateka erhielten neue Impulse für ihr Training        Foto-Credit: "DKV / Brigitte Kraußer"


„Erneut ein hervorragendes Breitensport-Event“

Nach rund sechs Stunden ist die Veranstaltung vorbei – und DKV-Präsident Wolfgang Weigert zieht ein positives Fazit: „Das war erneut ein hervorragendes Breitensport-Event – sowohl von der Teilnehmerzahl her als auch von der Organisation. Mein ganz spezieller Dank gilt jedoch unseren Gästen aus Okinawa, die nicht nur zu jeder Zeit mit Leidenschaft und Freude bei der Sache waren, sondern diesem DKV-Tag eine besondere Note verliehen haben.“

Bereits am Abend zuvor war dies deutlich geworden: Im Rahmen eines gemeinsamen Essens hatte sich die Okinawa-Abordnung nahbar und locker gegeben. Ein Vertreter der Präfektur Okinawa hatte sich sogar so weit aus dem Fenster gelehnt, indem er betonte, dass er sich eine „sehr, sehr lange Zusammenarbeit“ mit dem DKV wünsche. Mit der Ende Februar geplanten Trainingsgruppen-Reise nach Okinawa wird ein erster, gleichwohl sehr wichtiger Schritt in dieser Richtung erfolgen.                                                                                

Dirk Kaiser

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Geglückte Generalprobe: Horne auf dem Weg zu Olympia

Thu, 09/12/2019 - 07:30

Jonathan Horne hat sich bei der Premier-League-Veranstaltung in Tokio in beeindruckender Form präsentiert:

In der Kumite-Klasse +84 Kilogramm überzeugte der Welt- und Europameister aus Kaiserslautern in seinen fünf Kämpfen auf ganzer Linie, „ließ nichts anbrennen“, wie es Kumite-Bundestrainer Thomas Nitschmann kurz und knackig auf den Punkt brachte, und sicherte sich den Titel durch ein 1:0 im Finale über den Iraner Saleh Abazari. Besonders bemerkenswert: Der 30-Jährige, der sich für dieses Event viel vorgenommen hatte, musste im gesamten Wettkampf keinen Gegenpunkt hinnehmen. Somit hat Horne nach Aussage von Nitschmann „einen ganz, ganz großen, wenn nicht sogar entscheidenden Schritt in Richtung Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 gemacht“ – und das in der Stätte, in der im kommenden Jahr die olympischen Karate-Wettbewerbe ausgetragen werden.


Ziemlich beste Freude: Jonathan Horne und das Olympia-Maskottchen    Foto-Credit: "DKV / Privat"

 

Auch Noah Bitsch dürfte mit seinem Abschneiden in der japanischen Hauptstadt zufrieden gewesen sein. Obwohl „Noah seine gute Form aus der Vorrunde leider nicht mit ins kleine Finale hat nehmen können“, wie es Thomas Nitschmann formulierte, belegte Bitsch am Ende in der Klasse -75 Kilogramm einen guten fünften Platz.

Unbekümmert und taktisch clever: Jil Augel überrascht

Bei den Damen hinterließ Jil Augel, die ihr erstes Jahr in der Leistungsklasse absolviert, einen starken Eindruck. In der Klasse -55 Kilogramm schaffte sie den Sprung unter die besten 16 Karateka – und das mit Siegen gegen eine starke Kasachin und eine nicht zu unterschätzende Schottin. Jil Augel habe unbekümmert und taktisch clever gekämpft, befand hernach der Bundestrainer, der die 0:1-Niederlage gegen die Brasilianerin Valeria Kumizaki ob der gezeigten Leistungen durchaus verschmerzen konnte.


Überraschte in Tokio: Jil Augel (rechts)    Foto-Credit: "DKV / Brigitte Kraußer"

Jana Bitsch hingegen verpasste das Achtelfinale durch das knappe 1:2 gegen Sabrina Ouihaddadene (Frankreich). Besonders bitter: In der letzten Sekunde des Kampfes hatte sich die 28-Jährige, die den Kampf dominiert, es jedoch verpasst hatte, frühzeitig ein paar Punkte mehr zu machen, einen „Fuß gefangen“. Auch für Johanna Kneer war in der dritten Runde Endstation: Sie unterlag der jungen Griechin Kyriaki Kydonaki durch ein Video-Review vor den Trainern mit 0:1. Zuvor hatte sich Kneer gegen die starke Französin Lea Avazeri und die ebenfalls hoch gehandelte Ukrainerin Halyna Melnyk durchgesetzt. „In der Summe“, sagte Nitschmann, „hätten sowohl Jana Bitsch als auch Johanna Kneer ihre Kämpfe in der regulären Zeit entscheiden können“.

„Hatte mir aufgrund der guten Vorbereitung mehr ausgerechnet“

Die anderen deutschen DKV-Damen seien dagegen unter ihren Möglichkeiten geblieben, analysierte Nitschmann. Sie hätten vielleicht zu viel gewollt und seien dadurch verkrampft gewesen. „Dann macht der Muskel zu und das Auge ist nicht mehr so schnell.“ Insgesamt fällt die Nitschmann‘sche Bilanz zwiespältig aus – trotz des Sieges von Horne und des fünften Platzes von Noah Bitsch. „Ich hatte mir aufgrund der guten Vorbereitung mehr ausgerechnet. Die Motivation und der Trainingseinsatz hatten mich optimistisch gestimmt, dass bei dieser Meisterschaft mehr gehen könnte“, lautete das Fazit des 49-Jährigen.

Auch im Kata gab es für das deutsche Duo nicht viel zu holen: Während Ilja Smorguner seine Teilnahme aufgrund von muskulären Problemen im Rückenbereich kurzfristig hatte absagen müssen, kam Jasmin Jüttner nach 23,0 Punkten in Runde eins nicht über die zweite Runde 22,64 (Punkte) hinaus.

Die Kämpfe im Überblick

Shara Hubrich (-50 Kilogramm)
1.Runde: Freilos
2.Runde: 1:1 gegen Moldir Zhangbyrbay (Kasachstan)

Jil Augel (-55 Kilogramm)
1.Runde: 3:1 gegen Sabina Zakharova (Kasachstan)
2.Runde: 2:1 gegen Amy Connell (Schottland)
3.Runde: 0:1 Valeria Kumizaki (Brasilien)

Jana Bitsch (-55 Kilogramm)
1.Runde: Freilos
2.Runde: 1:0 gegen Li Lirisman (Estland)
3.Runde: 1:2 gegen Sabrina Ouihaddadene (Frankreich)

Gizem Bugur (-55 Kilogramm)
1.Runde: 6:1 gegen Melinda Michel (Schweiz)
2.Runde: 0:1 gegen Shiori Nakamura (Japan)

Johanna Kneer (-68 Kilogramm)
1.Runde: 0:0 gegen Lea Avazeri (Frankreich)
2.Runde: 3:0 gegen Halyna Melnyk (Ukraine)
3.Runde: 0:1 gegen Kyriaki Kydonaki (Griechenland)

Madeleine Schröter (-68 Kilogramm)
1.Runde: 0:4 gegen Cheryl Murphy (USA)

Charlotte Grimm (+68 Kilogramm)
1.Runde: 0:0 gegen Tzu-Hsuan Wen (Taipeh)

Merem Yildirim (+68 Kilogramm / KC Shogun Memmingen)
1.Runde: 0:3 gegen Anne Laure Florentin (Frankreich)

David Kuhn (-67 Kilogramm)
1.Runde: 0:1 gegen Andres Delgado Madera (Venezuela)

Noah Bitsch (-75 Kilogramm)
1.Runde: 3:0 gegen Petar Zaborski (Nord-Mazedonien)
2.Runde: 0:3 gegen Ken Nishimura (Japan)

Repechage Pool
1.Runde: 2:0 gegen Aleksandr Shcherban (Russland)
2.Runde: 2:1 gegen Thomas Scott (USA)
Kampf um Platz drei: 0:5 gegen Bahman Ghoncheh Asgari (Iran)

Jonathan Horne (+84 Kilogramm)
1.Runde: Freilos
2.Runde: 5:0 gegen Angel Georgieff (Frankreich)
3.Runde: 2:0 Daiki Ando (Japan)
4.Runde: 1:0 Zvonimir Zivkovic (Kroatien)
Halbfinale: 1:0 gegen Gogita Arkania (Georgien)
Finale: 1:0 gegen Saleh Abazari (Iran)                                                           

Dirk Kaiser

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USV Erfurt die Nummer eins bei den „Eichsfeld Open“

Thu, 09/12/2019 - 07:29

USV Erfurt die Nummer eins bei den „Eichsfeld Open“

Bei den „7. Eichsfeld Open“ in Heilbad Heiligenstadt (Thüringen) hinterließ das Para-Karate-Team des Deutschen Karate Verbandes (DKV) einen ausgezeichneten Eindruck.

So gelangen Albert Singer (Foto) und Marvin Nöltge mit eindrucksvollen Kata-Darbietungen in der Kategorie „Menschen mit Lernbehinderung über und unter 70 Prozent Schwerbehinderung“ souveräne Siege. Bei den Damen setzte sich Nina Fell mit einer kraftvollen Jiin gegen die amtierende Europameisterin Andreea Nowak durch. Insgesamt hatten 446 Starter aus 56 Vereinen für diese Veranstaltung, an der auch Athleten und Athletinnen aus den Niederlanden teilgenommen hatten, gemeldet.

Zum erfolgreichsten Verein avancierte der USV Erfurt mit zehn ersten, fünf zweiten und vier dritten Plätzen. Auf den Plätzen zwei und drei landeten Karate Dojo Chikara-Club Erfurt (9/6/20) und Nippon Gotha (7/5/6). Als bester niederländischer Verein wurde der Karateklub Fudoshin Roermond auf Platz 15 gelistet.

Weiter geht es für den Auswahl-Kader vom 11. bis 13. Oktober mit einem Trainings-Camp in Berlin.

Hier geht es zu den kompletten Ergebnislisten.                                                        

Dirk Kaiser

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Geglückte Generalprobe: Horne auf dem Weg zu Olympia

Mon, 09/09/2019 - 13:39

Geglückte Generalprobe: Horne auf dem Weg zu Olympia

Jonathan Horne hat sich bei der Premier-League-Veranstaltung in Tokio in beeindruckender Form präsentiert:

In der Kumite-Klasse +84 Kilogramm überzeugte der Welt- und Europameister aus Kaiserslautern in seinen fünf Kämpfen auf ganzer Linie, „ließ nichts anbrennen“, wie es Kumite-Bundestrainer Thomas Nitschmann kurz und knackig auf den Punkt brachte, und sicherte sich den Titel durch ein 1:0 im Finale über den Iraner Saleh Abazari. Besonders bemerkenswert: Der 30-Jährige, der sich für dieses Event viel vorgenommen hatte, musste im gesamten Wettkampf keinen Gegenpunkt hinnehmen. Somit hat Horne nach Aussage von Nitschmann „einen ganz, ganz großen, wenn nicht sogar entscheidenden Schritt in Richtung Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 gemacht“ – und das in der Stätte, in der im kommenden Jahr die olympischen Karate-Wettbewerbe ausgetragen werden.


Ziemlich beste Freude: Jonathan Horne und das Olympia-Maskottchen    Foto-Credit: "DKV / Privat"

 

Auch Noah Bitsch dürfte mit seinem Abschneiden in der japanischen Hauptstadt zufrieden gewesen sein. Obwohl „Noah seine gute Form aus der Vorrunde leider nicht mit ins kleine Finale hat nehmen können“, wie es Thomas Nitschmann formulierte, belegte Bitsch am Ende in der Klasse -75 Kilogramm einen guten fünften Platz.

Unbekümmert und taktisch clever: Jil Augel überrascht

Bei den Damen hinterließ Jil Augel, die ihr erstes Jahr in der Leistungsklasse absolviert, einen starken Eindruck. In der Klasse -55 Kilogramm schaffte sie den Sprung unter die besten 16 Karateka – und das mit Siegen gegen eine starke Kasachin und eine nicht zu unterschätzende Schottin. Jil Augel habe unbekümmert und taktisch clever gekämpft, befand hernach der Bundestrainer, der die 0:1-Niederlage gegen die Brasilianerin Valeria Kumizaki ob der gezeigten Leistungen durchaus verschmerzen konnte.


Überraschte in Tokio: Jil Augel (rechts)    Foto-Credit: "DKV / Brigitte Kraußer"

Jana Bitsch hingegen verpasste das Achtelfinale durch das knappe 1:2 gegen Sabrina Ouihaddadene (Frankreich). Besonders bitter: In der letzten Sekunde des Kampfes hatte sich die 28-Jährige, die den Kampf dominiert, es jedoch verpasst hatte, frühzeitig ein paar Punkte mehr zu machen, einen „Fuß gefangen“. Auch für Johanna Kneer war in der dritten Runde Endstation: Sie unterlag der jungen Griechin Kyriaki Kydonaki durch ein Video-Review vor den Trainern mit 0:1. Zuvor hatte sich Kneer gegen die starke Französin Lea Avazeri und die ebenfalls hoch gehandelte Ukrainerin Halyna Melnyk durchgesetzt. „In der Summe“, sagte Nitschmann, „hätten sowohl Jana Bitsch als auch Johanna Kneer ihre Kämpfe in der regulären Zeit entscheiden können“.

„Hatte mir aufgrund der guten Vorbereitung mehr ausgerechnet“

Die anderen deutschen DKV-Damen seien dagegen unter ihren Möglichkeiten geblieben, analysierte Nitschmann. Sie hätten vielleicht zu viel gewollt und seien dadurch verkrampft gewesen. „Dann macht der Muskel zu und das Auge ist nicht mehr so schnell.“ Insgesamt fällt die Nitschmann‘sche Bilanz zwiespältig aus – trotz des Sieges von Horne und des fünften Platzes von Noah Bitsch. „Ich hatte mir aufgrund der guten Vorbereitung mehr ausgerechnet. Die Motivation und der Trainingseinsatz hatten mich optimistisch gestimmt, dass bei dieser Meisterschaft mehr gehen könnte“, lautete das Fazit des 49-Jährigen.

Auch im Kata gab es für das deutsche Duo nicht viel zu holen: Während Ilja Smorguner seine Teilnahme aufgrund von muskulären Problemen im Rückenbereich kurzfristig hatte absagen müssen, kam Jasmin Jüttner nach 23,0 Punkten in Runde eins nicht über die zweite Runde 22,64 (Punkte) hinaus.

Die Kämpfe im Überblick

Shara Hubrich (-50 Kilogramm)
1.Runde: Freilos
2.Runde: 1:1 gegen Moldir Zhangbyrbay (Kasachstan)

Jil Augel (-55 Kilogramm)
1.Runde: 3:1 gegen Sabina Zakharova (Kasachstan)
2.Runde: 2:1 gegen Amy Connell (Schottland)
3.Runde: 0:1 Valeria Kumizaki (Brasilien)

Jana Bitsch (-55 Kilogramm)
1.Runde: Freilos
2.Runde: 1:0 gegen Li Lirisman (Estland)
3.Runde: 1:2 gegen Sabrina Ouihaddadene (Frankreich)

Gizem Bugur (-55 Kilogramm)
1.Runde: 6:1 gegen Melinda Michel (Schweiz)
2.Runde: 0:1 gegen Shiori Nakamura (Japan)

Johanna Kneer (-68 Kilogramm)
1.Runde: 0:0 gegen Lea Avazeri (Frankreich)
2.Runde: 3:0 gegen Halyna Melnyk (Ukraine)
3.Runde: 0:1 gegen Kyriaki Kydonaki (Griechenland)

Madeleine Schröter (-68 Kilogramm)
1.Runde: 0:4 gegen Cheryl Murphy (USA)

Charlotte Grimm (+68 Kilogramm)
1.Runde: 0:0 gegen Tzu-Hsuan Wen (Taipeh)

Merem Yildirim (+68 Kilogramm / KC Shogun Memmingen)
1.Runde: 0:3 gegen Anne Laure Florentin (Frankreich)

David Kuhn (-67 Kilogramm)
1.Runde: 0:1 gegen Andres Delgado Madera (Venezuela)

Noah Bitsch (-75 Kilogramm)
1.Runde: 3:0 gegen Petar Zaborski (Nord-Mazedonien)
2.Runde: 0:3 gegen Ken Nishimura (Japan)

Repechage Pool
1.Runde: 2:0 gegen Aleksandr Shcherban (Russland)
2.Runde: 2:1 gegen Thomas Scott (USA)
Kampf um Platz drei: 0:5 gegen Bahman Ghoncheh Asgari (Iran)

Jonathan Horne (+84 Kilogramm)
1.Runde: Freilos
2.Runde: 5:0 gegen Angel Georgieff (Frankreich)
3.Runde: 2:0 Daiki Ando (Japan)
4.Runde: 1:0 Zvonimir Zivkovic (Kroatien)
Halbfinale: 1:0 gegen Gogita Arkania (Georgien)
Finale: 1:0 gegen Saleh Abazari (Iran)                                                           

Dirk Kaiser

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Optimale Bedingungen in Okinawa

Tue, 09/03/2019 - 09:36

Optimale Bedingungen in Okinawa

Thomas Nitschmann gerät regelrecht ins Schwärmen: „Die Japaner behandeln uns hier wie kleine Götter“, sagt der für den Kumite-Bereich verantwortliche Bundestrainer über den Aufenthalt auf Okinawa.

Seit gut einer Woche befinden sich die Top-Karateka des Deutschen Karate Verbandes (DKV) zur Vorbereitung auf das Premier-League-Turnier in Tokio (6. – 8. September) in der Präfektur Okinawa – einer Insel , die im ost-chinesischen Meer zwischen Taiwan und dem japanischen Festland gelegen ist.

Und die Bedingungen für die Vorbereitung auf das erste große Event nach der Sommerpause könnten nicht besser sein. „Wir fühlen uns bestens aufgehoben und genießen eine Vorbereitung auf höchstem Niveau“, ist Nitschmann voll des Lobes über den Gastgeber. Angesichts der Rahmen-Bedingungen sei es nicht nötig, den Motivator zu geben. Die Mannschaft sei zu 100 Prozent motiviert und fokussiert. Das könne man im Training sehen. Obschon die Einheiten dem DKV-Team einiges abverlangten, wie Nitschmann zu Protokoll gibt, sind „alle fit und gesund“. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet auch die medizinische Abteilung, die „optimal arbeitet“.


Fit, gesund und gut gelaunt: So präsentierte sich das DKV-Team in der Vorbereitung    Foto-Credit "DKV / Privat"


Treffen mit Vertretern aus Politik und Sport

Dass die deutschen Karateka auf Okinawa überaus herzlich willkommen sind, zeigt sich unter anderem daran, dass sich Vertreter aus der japanischen Politik und des Sports Zeit genommen haben, um die DKV-Delegation einen Besuch abzustatten und mit ihnen einen kompletten Tag zu verbringen. Darüber hinaus kamen Nitschmann & Co. in den Genuss zwischen 80 und 100 Kinder auf vier Wettkampf-Flächen zu trainieren. Was der Bundestrainer dabei zu sehen bekommen hatte, hat bei ihm nachhaltigen Eindruck hinterlassen. „Es ist schon beeindruckend, welche Leistung auf Okinawa gerade im Kinderbereich vorhanden ist.“

Beim DKV-Tag am 14. September in Ludwigsburg können sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen einen Eindruck von den Trainings-Prinzipien und der Trainings-Gestaltung, die dem Okinawa-Kindertraining zugrunde liegen, verschaffen. Einer der größten Meister seines Faches, Naonobu Ahagon (10. DAN Hanshi), wird an diesem Tag Einblicke in das Okinawa-Kindertraining gewähren – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.

Zurück nach Japan: In Tokio, dem Austragungsort der Olympischen Spiele 2020, geht es für das Team, zu dem auch Ilja Smorguner und Jasmin Jüttner (Kata) gehören, darum, die guten Trainingsleistungen zu bestätigen – und nach Möglichkeit weitere Punkte in der Olympia-Qualifikation zu sammeln.

Der Kumite-Kader: Shara Hubrich (-50 Kilogramm), Jil Augel, Jana Bitsch, Gizem Bugur (alle -55 Kilogramm), Madeleine Schröter, Johanna Kneer (beide -68 Kilogramm), Charlotte Grimm (+68 Kilogramm); David Kuhn (-67 Kilogramm), Noah Bitsch (-75 Kilogramm) und Jonathan Horne (+84 Kilogramm).                                                                                             

Dirk Kaiser

 

 

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Das neue Köhler-Konzept beschert dem DKV 15 lizenzierte Gesundheits-Trainer/innen

Mon, 09/02/2019 - 12:07

Das neue Köhler-Konzept beschert dem DKV 15 lizenzierte Gesundheits-Trainer/innen

Die Premiere ist gelungen: 15 Teilnehmer und Teilnehmerinnen dürfen sich ab sofort „Lizenzierter Gesundheits-Trainer des DKV“ nennen.

Dabei wurde die von Vico Köhler, er zeichnet beim Deutschen Karate Verband (DKV) für den Gesundheitssport verantwortlich, konzipierte Ausbildung in zwei Abschnitte unterteilt. Im ersten Teil des Lehrgangs, der unter dem Motto „Haltung und Bewegung“ beim 1. Brandenburger Kampfsportverein durchgeführt wurde, ging es unter anderem um die Grundlagen des Gesundheitssports, dessen Kriterien und Ziele sowie den Aufbau von Gesundheitssport-Angeboten.

Weitere Themen-Schwerpunkte waren die theoretischen Grundlagen in Bezug auf Kommunikation, Ernährung und Energie-Bedarfe sowie die motorischen Grundeigenschaften. In der Praxis wurden dann Balanceboards, Therabänder und Pezzibälle für die Haltungs-Übungen erprobt und auf ihre Nutzung hinsichtlich des Haltungs- und Bewegungs-Trainings überprüft.

Ausbildungs-Lehrgang in zwei Abschnitte unterteilt

Der zweite Ausbildungs-Teil war der Herz-Kreislauf-Thematik (Risikofaktoren und Krankheitsbilder) gewidmet. Neben der Bestimmung des Blutdrucks, dem Pulsmessen und einem Erste-Hilfe-Kurs stand das Ausdauer-Training nach „Köhler’scher Art“ im Mittelpunkt.

Grundlage des Kombi-Angebots „Gesundheits-Trainer“, das Vico Köhler 2020 erneut anbieten wird, ist das neu geschaffene Lizenz-Paket aus dem Gesundheits-Trainer B/ÜL „Haltung und Bewegung“, dem Gesundheits-Trainer B/ÜL Prävention „Herz-Kreislauf“, dem Qualitätssiegel „Sport Pro Gesundheit – Budomotion/Haltung und Bewegung“, dem Qualitätssiegel „Sport Pro Gesundheit – Budomotion/Herz-Kreislauf“, dem „Deutschen Standard Prävention“ und der Ernennung des Vereins zum „Offiziellen Stützpunkt für Gesundheits-Prävention im DKV“.                                                                                                                                               

Dirk Kaiser

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Als herausragende Zweite ist Jana Bitsch eine Gewinnerin

Thu, 08/29/2019 - 10:00

Als herausragende Zweite ist Jana Bitsch eine Gewinnerin

Bereits die Nominierung für die Wahl zum „Sport-Stipendiat des Jahres 2019“, initiiert von der Stiftung Deutsche Sporthilfe in Kooperation mit der Deutschen Bank, war ein großer Erfolg für den Deutschen Karate Verband im Allgemeinen und für Vize-Weltmeisterin Jana Bitsch im Besonderen. Schließlich hatte sie sich bei der Auswahl der fünf Finalisten und Finalistinnen in einem Feld von über 100 hochrangigen Bewerbern durchgesetzt. Obwohl es nicht ganz zum „großen Coup“ gereicht hat, das „Sport-Stipendiat des Jahres“ ging an die Gesamtweltcup-Dritte im Ski Freestyle, Kea Kühnel, darf sich Deutschlands Spitzen-Karateka als Gewinnerin fühlen: Als Zweitplatzierte des Online-Votings, an dem sich in den vergangenen Wochen insgesamt 14.000 Sport-Begeisterte beteiligt hatten, erhält sie eine Zusatzförderung von 50 Prozent des monatlichen Stipendiums durch die Deutsche Bank – und das über 18 Monate.

Exzellente Botschafterin überzeugt mit Spontaneität, Fröhlichkeit und Empathie

Bei Ihrer Präsentation vor einem hochrangigen Publikum in den Räumen der Deutschen Bank in Frankfurt überzeugte Jana Bitsch mit ihrer spontanen, fröhlichen und empathischen Art und war so eine exzellente Botschafterin des Deutschen Karate Verbandes.

Zu den fünf Finalisten und Finalistinnen gehörten neben Jana Bitsch und Kea Kühnel der Paralympics-Sieger in der Leichtathletik, Johannes Floors, Anna-Lena Forster (Paralympics-Siegerin im Ski alpin) und Johannes Weißenfeld (Weltmeister im Rudern / Deutschland-Achter). Kriterien für die Wahl zum „Sport-Stipendiat des Jahres“ waren die sportlichen Leistungen sowie Erfolge und Fortschritte im Studium, die in der Zeit von Mai 2018 bis April 2019 erzielt worden waren.


Strahlende Zweitplatzierte: Jana Bisch, eingerahmt von ihrem Lebensgefährten Jonas Messerschmidt (links) und DKV-Präsident Wolfgang Weigert    Foto-Credit: "DKV / Brigitte Kraußer"

Unter einem Hut: Hochleistungssport und Studium

Dass es Jana Bitsch gelingt, Hochleistungssport und Studium sehr wohl unter einen Hut zu bringen, verdeutlicht die Tatsache, dass sie ihr Bachelor-Studium im Studiengang „Sport-Management“ in der Regelzeit abgeschlossen hat. Angesichts des intensiven Trainings am Bundesstützpunkt Duisburg und den zahlreichen Wettkämpfen auf den verschiedenen Kontinenten ist das absolvierte Pensum in beiden Bereichen in der Tat eine anzuerkennende und bemerkenswerte Leistung. Derzeit arbeitet die Kumite-Kämpferin (Gewichtsklasse -55 Kilogramm) an ihrem „Master“, den sie nach ihren Vorstellungen noch in diesem Jahr zu Ende bringen möchte.

Dirk Kaiser

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